Akademie

Exzellenzprogramm für Alte Musik

Beschreibung

Akademie

1.-21.8.2022

Konzerte 2022

Händel-Gala – Purcell & dt. Barocklieder – Vivaldi und die Oper

Dozent:innen 2022

mit Vitae und Fotos

Exzellenzprogramm für Alte Musik

Die Barock Vokal Akademie bietet in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Mainz und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ein international außergewöhnliches Spezialisierungs-Programm für exzellente junge Sängerinnen und Sänger.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Musik des Barock mit sämtlichen Facetten. Es wird bewusst der Bogen vom frühbarocken Repertoire bis hin zum Sturm und Drang eines Carl Philipp Emanuel Bach gespannt.

Beginnend um ca. 1600 bleibt die Basis der Vokalmusik bis weit ins 18. Jahrhundert hinein der Generalbaß. Sich als Kammermusikpartner zu begreifen und den Gesang in den Dienst des Ausdrucks zu stellen, das mag den Sängern zu Beginn des 18. Jahrhunderts mit der allgemeinen Gier nach spektakulärer Vokalakrobatik etwas abhanden gekommen sein. Dennoch wäre die große Dramatik und Virtuosität der Musik des Spätbarock und auch der Klassik ohne das Verständnis vokaler Kammer- und solistischer Ensemblemusik mit Begleitung des Generalbaß nicht denkbar gewesen.

Die Barock Vokal Akademie widmet sich daher neben der Arienkultur des 18. Jh. auch dem Frühbarock, dem gängigen Repertoire und auch den unbekannteren italienischen, deutschen und französischen Werken. Gemeinsam mit den führenden Experten der Alten Musik soll die intensive Arbeit an stilsicherer Interpretation im umfassenden Sinn anregen zur weiteren Beschäftigung mit den vielen ungehobenen musikalischen Schätzen, die noch in Archiven schlummern.

Akademie 1.-21.8.2022

Für die 1. Barock Vokal Akademie wurden 12 internationale junge Sängerinnen und Sänger ausgewählt, um drei Wochen intensiv an Werken des Früh-, Hoch- und Spätbarock zu arbeiten. Sie kommen aus Brasilien, Neuseeland, England, Israel, Ungarn, Südkorea und Deutschland. Von Einzelcoaching in Stilistik, Rezitativgestaltung, Verzierungspraxis und Auftrittstraining, Ensemble-Arbeit bis zu Round Tables zu berufsrelevanten Themen gibt es ein breites Angebot zur Profilierung im Bereich des Barockgesangs – alles in enger Verzahnung von Theorie und Praxis.

Und natürlich werden die Ergebnisse der Arbeit auch öffentlich präsentiert. Die drei Konzerte stehen unter der Leitung dreier renommierter Dirigenten – alle ausgewiesene Experten der Alten Musik: Paul Goodwin (GB), György Vashegyi (HU) und Federico Maria Sardelli (I). Das Kurfürstliche Schloß in Mainz und die Basilika Kl. Eberbach im Rheingau bilde den Rahmen für die beiden großen Orchesterkonzerte, im Roten Saal der Hochschule für Musik Mainz auf dem Campus der JGU findet das Kammermusik-Konzert statt.

Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei. Durch Spenden am Ausgang können Sie unsere Arbeit gerne unterstützen!
Anmeldung über die Links oder QR-Codes.

Konzerte 2022

Die Eröffnungs-Gala widmet sich Arien aus den Opern des großen Barockkomponisten Georg Friedrich Händel. Unter Händel selbst verkörperten die größten Sängerstars ihrer Zeit Heldinnen,  Feldherren, Zauberinnen, Kaiser, Königinnen, Magier … und immer glücklich bis unglücklich Verliebte, die nach schweren Prüfungen endlich ein Happy-end erleben dürfen. In der Zwischenzeit (also im Verlauf der Oper) gab Händel ihnen in wunderbaren Arien, Duetten und Ensembles ausreichend Gelegenheit, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Auch heute noch bewegen uns die Zornes-, Rache- oder Liebesarien und stellen jeden Sänger vor große Herausforderungen.

Genießen Sie Julius Caesar, Cleopatra, Alcina und viele andere in der unvergleichlichen Musik Georg Friedrich Händels!

Vokale Kammermusik des ausgehenden 17. Jh. aus England und Deutschland steht im Mittelpunkt des zweiten Konzertes.

Henry Purcell ist zweifellos DER große Komponist in der 2. Hälfte des 17. Jh. in England. Neben seinen großen Festmusiken für das britische Königshaus hinterließ er ein reiches Werk an vokaler Kammermusik, das äußerst charmant und geistreich ist, gewürzt mit einer guten Prise britischen Humors.

Die Komponisten  Johann Philipp Krieger und Adam Krieger stehen für echte Unterhaltungsmusik im deutschen Sprachraum um die Wende zum 18. Jh. Mit ihren Trink- und Feierliedern, musikalischen Gedanken zum Wesen der Frauen, der schlimmen Männer oder der Verliebtheit im Allgemeinen und Besonderen, mit pointierten Texten sorgen sie auch heute noch für kurzweilige Unterhaltung.

Antonio Vivaldis Opernschaffen hat später als Händels Werke eine Renaissance erlebt, aber dafür eine starke, und das zu Recht!

Ähnlich Händel hat Vivaldi unvergleichlich berührende und effektvolle Musik für die Primadonnen und Primi Uomini (die Kastraten) seiner Zeit geschrieben. Von Zauberopern über Heldenopern und Opern, in welchen die Helden dem Wahnsinn verfallen (um natürlich am Schluß gerettet zu werden!) – das Spektrum seiner Libretti ist groß. Und das Gefühlsspektrum seiner Figuren ebenfalls.

In seinem Tonfall italienischer als Händel hat er hochelektrisierende, atemberaubend virtuose und gefühlvoll eindringliche Arien komponiert, die den Puls eines jeden Sängers in die Höhe treiben und die Herzen der Zuhörer höher schlagen lassen!

Dozent:innen der Barock Vokal Akademie 2022

Daniele Boccaccio (Korrepetition, ital. Aussprache)
ist Cembalist, Organist, Dirigent. Als Solist auf den jeweiligen Instrumenten, als Continuo-Spieler in kammermusikalischen Besetzungen und Orchestern und als Dozent an verschiedenen italienischen Instituten tätig, beschäftigt er sich außerdem mit der Edition unveröffentlichter Handschriften.
>>danieleboccaccio.it

Paul Goodwin (Eröffnungs-Gala, Händel)
begann seine Karriere als Barockoboist mit den führenden Barockorchestern der Welt, bevor er sich dem Dirigieren zuwandte. Seine beeindruckende Karriere umfaßt die Zusammenarbeit als Dirigent mit internationalen Spitzenensembles sowohl auf dem Gebiet der Barockmusik als auch mit Sinfonieorchestern. Er widmet sich daneben auch dem Unterrichten und entwickelt innovative Formen der Konzertgestaltung, mit großer Begeisterung auch Kinderprogramme.
>>www.paulgoodwinconductor.com

Prof. Felix Koch (Kammermusik)
leitet an der JGU Mainz Universitätschor und -orchester und unterrichtet an der HfM Mainz barocke Kammermusik und Musikvermittlung. Er leitet das Barockorchester Neumeyer Consort und hat mit der Edition und Ersteinspielung von Telemanns Französischem Kantaten-Jahrgang ein langjähriges und für die barocke Musikwelt faszinierendes Projekt iniziiert.
>>telemann-project.de

Prof. Dr. Ursula Kramer (Musikwissenschaft)
ist Dozentin an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist die Musik von Christoph Graupner. Ihre musikwissenschaftliche Beschäftigung mit Barockmusik geht über die reine Forschung hinaus. Sie legt Wert auf die Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse und setzt sie persönlich auch am (Barock-) Fagott in die Praxis um.

Marie Kuijken (barocke Gestik)
ist als Geigerin, am Hammerflügel und als Regisseurin tätig. Die Beschäftigung mit der historischen Aufführungspraxis wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. Ihre Regiearbeiten fußen auf dem Studium historischer Quellen zu Barockgestik.

Federico Maria Sardelli (Arien, Vivaldi)
ist Blockflötist, Flötist, Dirigent und Verantwortlicher für das Ryom-Verzeichnis der Werke Vivaldis. Seine zahlreichen Aufnahmen umfassen viele Ersteinspielungen von Opern Vivaldis. Er ist international renommierter Dirigent und Spezialist für Barockopern und an zahlreichen Noteneditionen von musikalischen Handschriften beteiligt.
>> modoantiquo.com

Prof. Andreas Scholl (Barockgesang)
zählt zu den gefragtesten Countertenören der Welt und hat die großen Opernpartien seines Fachs u.a. bei den Salzburger Festspielen, in Glyndebourne und an der Metropolitan Opera New York gesungen. Sein Repertoire umfaßt die großen Barockoratorien ebenso wie Madrigale, Motetten und Kantaten. Er unterrichtet als Professor für Barockgesang am Mozarteum in Salzburg.
>>andreasscholl.org

Prof. Elisabeth Scholl (Barockgesang, Verzierungspraxis, Rezitativgestaltung, künstler. Leiterin der BVA)
ist Spezialistin auf dem Gebiet Barockgesang und verfügt über eine reiche aufführungspraktische Erfahrung im Bereich Barockoper, -oratorium und -kantate, die nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit hervorragenden Dirigenten und Ensembles der Alten Musik geprägt wurde.
>> elisabethscholl.com

Markus Stein (Korrepetition, Kammermusik, Geschäftsführer der BVA)
ist Cembalist und Organist und Dozent für Basso continuo-Praxis an der Hochschule für Musik Mainz. Er ist gefragter Kammermusikpartner von Instrumentalisten und Sängern und betreut maßgeblich das Telemann Project mit.
>> cembalist-markus-stein.de

György Vashegyi (Kammermusik, Purcell)
ist der Leiter der Ungarischen Akademie der Künste und hat gerade das Haydneum – Ungarisches Zentrum für Alte Musik aus der Taufe gehoben. Als Musiker und Musikforscher, Dirigent und Dozent verfügt er über eine reiche Erfahrung auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis und deren Vermittlung.
>> Haydneum | Főoldal

 

 

Kontakt

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